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Im Juli 1963 hatten Herr Theo Keller und einige Junge Burschen aus Oberschledorn die Idee einen Spielmannszug zu gründen. Doch dieses Vorhaben war nicht leicht durchzuführen, denn zum Neuanfang benötigte man Instrumente, Noten und nicht zuletzt einen Ausbilder.
All diese Schwierigkeiten wurden damals überwunden dank Frau Theresia Battenfeld, die seinerzeit durch ihre finanzielle Unterstützung den Kauf der Instrumente ermöglichte. Somit war der Anfang gemacht und die Sache kam ins Rollen. Der Spielmannszug, damals noch Trommlerchor genannt, traf sich dreimal wöchentlich mit dem damaligen Übungsleiter, Herrn Keller, um Musikstücke einzuüben. Die Übungsabende fanden wie folgt statt: Mittwoch trafen sich die Flöter, Donnerstags die Trommler und Sonntags übten alle zusammen in der Schützenhalle Oberschledorn.
Herr Keller verstand es, die jungen angehenden Musiker für die Sache zu begeistern und so lies der erste öffentliche Auftritt nicht lange auf sich warten. Zum ersten Mal vor Publikum konnte der junge Verein sein können in Oberschledorn beim Rosenmontagszug am 10.02.1964 unter Beweis stellen. Es wurden die Märsche Petersburger, Dessauer und Torgauer vorgetragen.
Das erste größere Fest war 1964 das Stiftungsfest, welches in Oberschledorn im Zusammenhang mit Kinderschützenfest gefeiert wurde. Die Begeisterung war groß, nicht nur bei den aktiven im Verein, sondern in ganz Oberschledorn. Es folgten mehrere öffentlichen Auftritte und im Septem 1964 unternahm der junge Musikzug mit allen Mitgliedern, Eltern und Gönnern des Vereins den ersten Ausflug ins Waldecker Land. Man fuhr mit dem Bus zum Edersee, besichtigte die Staumauer und das Schloß Waldeck. Hier sollte auf der Terrasse des Schlosses ein Ständchen gebracht werden, welches jedoch durch starken Regen vereitelt wurde. Weiter fuhr man Nach Bad Wildungen, wo dann das Ständchen im Kurpark nachgeholt wurde. Von Bad Wildungen fuhren die Ausflügler dann nach Frankenau bei Frankenberg zu dem Kapellmeister Herrn Lankner, der in Oberschledorn kein Unbekannter war. Auch hier spielte der Trommlerchor auf und erntete für die Darbietung viel Beifall.
So ging die „erste Saison“ des Spielmannszuges dem Ende zu und man Studierte in der Winterpause neue Märsche und Musikstücke ein. Im Jahr 1965 fuhr der Spielmannszug nach Essen zur Bundesgartenschau und stellte sein Musikalisches Können unter Beweis.
Im Jahr 1971 veranstaltete der Verein sein erstes Freundschaftstreffen. Zu diesem Musikfest erschienen 12 Musikvereine (2 Blaskapellen, 1 Bläserchor und 9 Spielmannszüge) aus Dorf-Itter, Sachsenberg, Bad Arolsen, Höringhausen, Adorf, Obermarsberg, Winterberg, Eppe, Düdinghausen, Bigge-Olsberg, Twiste und Löhlbach. Nach einem Sternmarsch durch Oberschledorn trafen sich alle Musikvereine vor der Schützenhalle in Oberschledorn zum Massenchor unter der Leitung von unserem Ausbilder, dem Kreisstabführer des Kreises Waldeck, Herrn Heinrich Hasecke. Es wurden die Märsche „Laridah“ und „Preußens Gloria“ vorgetragen.
Im Verein kam es in den Jahren 1970/71 zu einem Problem: Die Jungen wurden rar! Die aufeinander eingespielte Truppe wurde durch eintritt ins Berufsleben und Wehrdienstleistung auseinander gerissen. Nach langem Hin und Her beschloß man in der Generalversammlung vom 30.01.1971 auch Mädchen in den Spielmannszug Aufzunehmen.
In darauf folgenden Jahren konnte der Spielmannszug Blau Weiß Oberschledorn viele schöne Erfolge verzeichnen. Aus den „Burschen“ waren unter Leitung von Übungsleiter Heinrich Hasecke Musiker geworden, die sich nicht nur bei Freundschaftstreffen, sondern auch auf Wettstreiten behaupten konnten. In dieser Zeit machte der Spielmannszug auch seine erste Plattenaufnahme. Auf der Schallplatte findet man folgende Musikstücke:
- Laridah- Marsch
- Hoch Heidecksburg
- Amboss-Polka
- Deutschmeister Regimentsmarsch
Der nächste große Umbruch im Verein vollzog sich in den Jahren 1975/76. Der Vorstand des Vereins hatte Beschlossen auch auswärtige Mitglieder aufzunehmen. So wurde unter der Leitung von Stabführer Wilhelm Brass innerhalb eines Jahres ca.40 Jugendliche im Alter von 10-16 Jahren ausgebildet Welch ein Arbeits- und vor allen Dingen Zeitaufwand gehörte dazu, so eine große Anzahl junger Menschen an die Musik heranzuführen und sie zu vollständigen Musikern auszubilden! Es wurde nicht wie üblich zweimal wöchentlich geprobt, sondern täglich traf sich eine Anfängergruppe mit dem Übungsleiter, um Musikstücke einzuüben. Der Spielmannszug erlebte einen regelrechten „Boom“ und konnte in den Jahren 1977/78 auf einen Kader von über 60 aktiven Musikern zurückgreifen. Bemerkenswert ist, das Durschnitsalter der damaligen Zeit! Es lag bei ca. 13 Jahren.
Im April 1978 kam es seit langer Zeit zu einer Veranstaltung des Spielmannszuges. Am 29.04.78 wurde ein Rockabend in der Schützenhalle Oberschledorn veranstalltet und gleich am darauf folgenden Tag hatte der Spielmannszug zum „Tanz in den Mai“ eingeladen. Beide Veranstaltungen wurden sehr gut angenommen, und so konnte im Jahr 1978 neben neuen Instrumenten auch neu Westen zur Uniform angeschafft werden.
In der Generalversammlung vom 02.12.78 wurde beschlossen einem Musikverband beizutreten und so wurde der Spielmannszug Mitglied im Verband der Fanfaren- und Tambourkorps Nordrhein-Westfalen 1960 e.V.
Am 7.Oktober 1979 fand in Monheim die Landesmeisterschaft der Jugend statt. Der Jugendspielmannszug Blau Weiß Oberschledorn nahm hieran teil (Vortragsstücke: Laridah-Marsch und Alte Kameraden) und belegte den 12. Platz. Das war für den Verein eine gute Erfahrung, denn man war vollkommen unbefangen und unwissend zum Wettstreit gefahren und wurde erstmals von anerkannten Wertungsrichtern kritisiert und bewertet. Nur so lies sich der damalige Leistungsstand feststellen und man konnte die Probleme und die Übungsstunden entsprechend darauf abstimmen. Der Speilmannszug hatte aus dieser Erfahrung viel gelernt und arbeitete sich stetig aufwärts, dis Anfang der 80er Jahre ein neues Problem auf den Verein hereinbrach: In unmittelbarer Nachbarschaft von Oberschledorn wurden zwei neue Spielmannszüge ins Leben gerufen und es verließen innerhalb kürzester Zeit 18 auswärtige Spielleute den Verein um in den eigenen, neu gegründeten Spielmannszug mitzuwirken.
Es dauerte eine Weile, bis der Jugendspielmannszug Blau Weiß Oberschledorn wieder einen festen Stamm an Spielleuten aufweisen konnte. Allen Unkenrufen zum Trotz waren diese Probleme pünktlich zum 20 jährigen Vereinsjubiläum überwunden. Es ging langsam aber stetig wieder aufwärts.
Der Spielmannszug nahm jetzt auch neben der herkömmlichen Marschmusik auch die konzertante Musik ins Repertoire auf.
Seitdem der Spielmannszug Mitglied im Volksmusikerbund NRW ist, können Mitglieder des Vereins auch regelmäßig an Schulungen, Lehrgängen und Verbandsprüfungen teilnehmen.
„Musikalische Grüße aus Medebach“, so lautet der Titel der Langspielplatte, die von elf Musik- und Gesangsgruppen, unter anderem auch vom Spielmannszug Oberschledorn, gestaltet wurde. Die Märsche „Mit Spiel voran“ und „Mars der Medici“ wurden im März 1987 in der Aula des Schulzentrums Medebach aufgenommen.
Der Verein bekam 1989/90 Problemen: Die Spielleute wurden Rah. Aber auch hier kam es zu einer Lösung. Durch die Initiative von Wilhelm Brass sowie anderen „Ehemaligen“ wurde als Ergänzung die „Revival-Band“ gegründet.
Sie unterstützte den Spielmannszug während der Saison.
Nachdem Wilhelm Brass 1993 zum Vorsitzenden gewählt wurde, suchte er mit Dirigent Thomas Schlüter intensiv nach Nachwuchs. Mit Erfolg: 38 Jugendliche führten sie an die Musik heran. Bereits im Dezember konnten die Jugendlichen nach bestandener Prüfung beim Volksmusikerbund in den aktiven Spielkader übernommen werden. 1993/94 konnte der Spielmannszug auf einen Kader von über 50 Spielleuten zurückgreifen, was fast an die Spielstärke der „Boomjahre“ 1977/78 erinnerte.
Ab 1995 war Stefan Wahle Vorsitzender im Spielmannszug. Er Stellte den Beginn seiner Amtszeit unter das Motto „Jugend ist unsere Zukunft“.
Interessanter Unterrichtsaufbau bei der Vermittlung von musikalischen Grundsätzen in Theorie und Praxis, verbunden mit kreativer Jugendarbeit ließen vor allem die jüngeren Mitglieder für „ihren Spielmannszug“ schwärmen.
Zusammen mit den Dirigenten Thomas Schlüter und vielen anderen Aktiven Musikausbildern wurde dieses Konzept umgesetzt. Neben Thomas Schlüter hatten die Registerführer Sandra Thiele und Ulrike Schlechter ebenfalls den Dirigenten-Lehrgang absolviert und unterstützten die Ausbildungsarbeit. Wichtig sind neben den Proben- und Übungsabenden auch die musikalische Auftritte, gerade im heimischen Raum, denn sie schaffen ein Forum der Gemeinsamkeit aller Mitglieder.
Spielmannszug Oberschledorn, das heißt nicht nur Proben, auftreten und musizieren, sondern auch Vereinsleben, also zusammen Spaß haben. Ob Kennenlernfete für die Neuanfänger, Discoabend oder Weihnachtsfeier, Ausflüge zur Eishalle oder zum Schwimmbad, Wanderungen oder Wochenendtouren, all das ist SPIELMANNSZUG OBERSCHLEDORN
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